FLASCHENPOST
Januar 2019
Atlantiküberquerung in Zahlen:
1
Stunde Frustmotoren als nach sieben Tagen plötzlich der Wind ausblieb und die Wellen uns so richtig durchschüttelten. Meine Zwei haben sich besonnen, stellten den Motor wieder ab, liessen sich treiben und warteten auf den Wind, der sie unter Segel wieder Richtung Westen trieb.
2
Delphingruppen schwammen mit unserem Schiff um die Wette. Anori hatte keine Chance.
3
Feste konnten Maja und Hajot mitten auf dem Atlantik feiern. Geburtstag, Weihnachten und Silvester/Neujahr. Geladen waren immer die selben Gäste. Chlöisi, No Pink und ich, Elsa, war natürlich auch dabei.
4
Stunden schlafen und vier Stunden wachen. Dies ist, ausser an Festtagen, der Lebensrhythmus auf dem Schiff.
5
Schiffe habe wir auf offener See gesehen. Drei davon in der Nacht.
6
Stunden mussten der Motor brummen, um unsere Batterien zu füllen.
7
Kleinste Schürfungen und Kratzer, die beim Geschaukel entstanden sind, wurden sofort desinfiziert und verbunden.
8.
Januar, Ankunft in St. David’s Harbor auf Granada.
9.
Tag. Wir beobachten zum ersten Mal Vögel über unserem Schiff.
10
Kilometer (etwa) ist unsere durchschnittliche Reisegeschwindigkeit.
11
mal baumen sie die Genua aus (Vorsegel wird mit spezieller Haltevorrichtung aufgezogen) und holen sie wieder ein, um sie auf der anderen Seite wieder zu setzen. Das Gute an der Geschichte: Sie wissen langsam wie es geht.
12
(mindestens) Leinenschütze mussten aus Gartenschlauch oder mit Umlenkrollen gebastelt werden.
13.
Tag. Das erste Schiff gesehen. Den Tanker Stena Impeccable. Segelschiff haben wir übrigens kein einziges gesehen.
14
Regengüsse zogen über uns. Fünf brachten heftigen Regen und starken Wind. Einer traf uns mitten in der Einfahrt zum Ankerbucht. Die beiden waren bei Ankunft frisch geduscht.
15
Längengrad Richtung Westen segeln, heisst die Uhr eine Stunde zurück stellen. Insgesamt gewinnen wir drei Stunden auf dieser Reise. Zeitverschiebung zur Schweiz fünf Stunden.
16
Seiten füllt die Aufzeichnung der Reise im Logbuch.
17
mal hat Maja im Backgammon gewonnen.
18
Tage dauerte die Überfahrt.
19
mal hat Hajot im Backgammon gewonnen.
20
fliegende Fische sind auf der Anori gestrandet.
21.
Dezember, Abfahrt in Mindelo auf den Kap Verden.
22
Meter sind die neuen Seitenleinen, die die beiden montiert haben. Sie dienen als Bullentaille bzw. Niederholer und leisten hervorragende Dienste.
23.
Dezember, da war doch was….!?
24
Stunden mussten die beiden am Schluss die Fahrt reduzieren. Bei bestem Segelwind hatten sie nur noch einen Hauch Genua gesetzt. Sie wollten unbedingt bei Tageslicht ankommen. Anori so zu zügeln tat weh.
26
mal (gefühlt) durfte ich auf der Reise der Stimme von Cesária Évora zuhören, um von der wunderbaren Melancholie der Kap Verden Abschied zu nehmen.
28
Eier gebunkert. Ich hasse Eier!
50
Deziliter Luft musste Chlöisi am 3. Januar abnehmen, um wieder in die kleine Weihnachts-Deko-Kiste zu passen.
74
Seemeilen. Kürzestes Etmal (ca. 137 Km in 24 Stunden).
96
pro Tag liessen Maja und Hajot den Blick über den ewig gleichen Horizont streifen um festzustellen, dass er nie gleich ist.
100
unvergessliche Stunden mit Sonnenauf- und niedergängen, roten Wolken, Mondnächte, und, und,...
154
Seemeilen. Längstes Etmal (ca. 285 Km in 24 Stunden).
200
Liter Trinkwasser in Kanister verstaut.
247
mal versuchte Hajot das bewegte Wellenbild vom bewegten Schiff scharf abzulichten. Ergebis: Ein scharfes Bild siehe unten.
320
Liter Diesel getankt.
360
Liter Verbrauchswasser aufgefüllt.
1000
Gramm Tutti Frutti haben sich auf den Nachtwachen innert kürzester Zeit in Luft aufgelöst.
2244
Seemeilen (4156 Kilometer) gesegelt bzw. gemotort. Siehe unter 1.
Unendlich
vile liebe Grüsse aus der Karibik
Maja und Hajot








